In Guanming, einem der letzten Armutsviertel Fuzhous, lebt
eine kleine Gruppe von Christen. Jeden Sonntag versammeln
sich die Gläubigen in einer Straßenbaracke, um ihre einfachen
Gottesdienste abzuhalten. Als Anhänger einer Religion, die von
ihren Nachbarn als fremd wahrgenommen wird, sehen sich die
Christen oft mit Misstrauen konfrontiert. Voller Hoffnung sowohl
ihre räumlichen Umstände als auch ihre gesellschaftliche Stellung
zu verbessern, haben sie sich entschlossen, ein Baukomitee zu
organisieren um erstmals eine „richtige“ Kirche zu bauen. Die
besondere Herausforderung dieses Projekts liegt daher darin, die
an einem Ort wie Guanming vorhandenen Differenzen zwischen
Christen und Nichtchristen zu überwinden und eine gemeinsame
Basis zu schaffen: Auf einer psychologischen Ebene bedeutet
dies, eine Kirche zu entwerfen, die nicht als Symbol der Macht
verstanden wird, sondern sich vielmehr zum richtungsweisenden
Zeichen der Dorfgemeinschaft selbst entwickelt, indem sie ihre
wesentlichen Qualitäten verkörpert: das landwirtschaftliche Erbe
die Kultur des Selberbauens. Im praktischen Sinne heißt das, die
rudimentäre Betonskelett- und Mauerwerksarchitektur auf ein
Niveau zu heben, das von den Christen im Rahmen ihrer tech-

nischen und finanziellen Möglichkeiten erreicht werden kann.

Der Entwurf lässt sich in seiner Formensprache ganz wesentlich
von der selbstgebauten kubischen Dorfarchitektur inspirieren:
Er besteht aus sieben klar gegliederten Backsteinvolumen, die
aufeinandergestapelt an ein Treppenhaus erinnern, dessen Stufen
mit jedem weiteren Schritt steiler und kleiner werden. Über
die nach Süden weisenden Stufenflächen erstreckt sich ein
sonnenschirmartiges Holzdeck, das die darunter liegende Kirche
beschattet und als begehbare Terrassenlandschaft öffentlichen
Raum schafft. Eine Vielzahl darauf gepflanzter Olivenbäume
bildet dabei kleine Haine, in deren Schatten die Dorfbewohner

Raum zur Begegnung und Besinnung finden.

Theologisch beziehen sich diese Terrassen auf ein archetypisches
Bild des Neuen Testaments: Jesus, der mit den Jüngern in den
Olivengärten von Gethsemane zur Ruhe kommt. Darüber
hinaus fungieren sie als äußere Erschließung sämtlicher sakralen
Bereiche, beginnend mit einer für Straßenpredigten bestimmten
Bühne im Erdgeschoss, über den Haupteingang zur Kirchenhalle
im zweiten Stock, bis hin zu einer Kapelle am „Ende der Treppe“.
Als ein zeitgenössischer Dorfanger wird die Terrassenkirche den
Dorfbewohnern eine gemeinsame Basis zur Kommunikation und
Entspannung bieten – der erste öffentliche Freiraum innerhalb

eines chaotisch gewachsenen Umfelds.

In Guanming, einem der letzten Armutsviertel Fuzhous, lebt eine kleine Gruppe von Christen. Jeden Sonntag versammeln sich die Gläubigen in einer Straßenbaracke, um ihre einfachen Gottesdienste abzuhalten. Als Anhänger einer Religion, die von ihren Nachbarn als fremd wahrgenommen wird, sehen sich die Christen oft mit Misstrauen konfrontiert. Voller Hoffnung sowohl ihre räumlichen Umstände als auch ihre gesellschaftliche Stellung zu verbessern, haben sie sich entschlossen, ein Baukomitee zu organisieren um erstmals eine „richtige“ Kirche zu bauen. Die besondere Herausforderung dieses Projekts liegt daher darin, die an einem Ort wie Guanming vorhandenen Differenzen zwischen Christen und Nichtchristen zu überwinden und eine gemeinsame Basis zu schaffen: Auf einer psychologischen Ebene bedeutet dies, eine Kirche zu entwerfen, die nicht als Symbol der Macht verstanden wird, sondern sich vielmehr zum richtungsweisenden Zeichen der Dorfgemeinschaft selbst entwickelt, indem sie ihre wesentlichen Qualitäten verkörpert: das landwirtschaftliche Erbe die Kultur des Selberbauens. Im praktischen Sinne heißt das, die rudimentäre Betonskelett- und Mauerwerksarchitektur auf ein Niveau zu heben, das von den Christen im Rahmen ihrer tech- nischen und finanziellen Möglichkeiten erreicht werden kann.


Der Entwurf lässt sich in seiner Formensprache ganz wesentlich von der selbstgebauten kubischen Dorfarchitektur inspirieren: Er besteht aus sieben klar gegliederten Backsteinvolumen, die aufeinandergestapelt an ein Treppenhaus erinnern, dessen Stufen mit jedem weiteren Schritt steiler und kleiner werden. Über die nach Süden weisenden Stufenflächen erstreckt sich ein sonnenschirmartiges Holzdeck, das die darunter liegende Kirche beschattet und als begehbare Terrassenlandschaft öffentlichen Raum schafft. Eine Vielzahl darauf gepflanzter Olivenbäume bildet dabei kleine Haine, in deren Schatten die Dorfbewohner Raum zur Begegnung und Besinnung finden.

Theologisch beziehen sich diese Terrassen auf ein archetypisches Bild des Neuen Testaments: Jesus, der mit den Jüngern in den Olivengärten von Gethsemane zur Ruhe kommt. Darüber hinaus fungieren sie als äußere Erschließung sämtlicher sakralen Bereiche, beginnend mit einer für Straßenpredigten bestimmten Bühne im Erdgeschoss, über den Haupteingang zur Kirchenhalle im zweiten Stock, bis hin zu einer Kapelle am „Ende der Treppe“. Als ein zeitgenössischer Dorfanger wird die Terrassenkirche den Dorfbewohnern eine gemeinsame Basis zur Kommunikation und Entspannung bieten – der erste öffentliche Freiraum innerhalb eines chaotisch gewachsenen Umfelds.

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